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Blumen der
Nacht – der erste
Band der Foxworth-Saga
Der Inhalt in groben Zügen:
Als der Vater von Cathy (12), Chris (14) und den Zwillingen Corry und Carrie (4) stirbt, beginnt für die vier eine unvorstellbare Zeit, eingesperrt in einem Zimmer unter dem Dachboden im luxuriösen Hause der Großeltern, den Eltern der Mutter. Die Mutter versichert den Kindern immer wieder, dass es sich hierbei nur um eine vorübergehende Maßnahme handelt, da sie bei ihrer Hochzeit vom Vater verstoßen worden war, und dieser nun im Sterben liege, sie aber erst seine Zuneigung zurückgewinnen müsste, bevor sie ihm die Kinder vorstellen könnte.
Drangsaliert von der strengen Großmutter richten die vier so gut es eben geht auf dem Dachboden ein, immer in der Hoffnung, dass es sich ja nur um eine vorübergehende Maßnahme handelt. Sie bekommen von der Großmutter genaueste Instruktionen wie sie sich zu verhalten haben, da auf keinen Fall eine vorzeitige Entdeckung erfolgen darf. Das Essen wird den Kindern täglich in einem Picknickkorb bereitgestellt, oftmals schon umlagert von Mäusen, die sich natürlich auch auf dem Dachboden aufhalten. Die Mutter kommt immer seltener zu ihren Kindern auf den Dachboden und Cathy wird für die Zwillinge nach und nach zur Ersatzmutter, was in dem Alter eine sehr starke Herausforderung ist, gerade da die Zwillinge sehr lebhaft sind und nicht immer so folgsam sind, wie es die Großmutter gerne hätte. Somit bekommen die Kleinen auch des Öfteren die volle Strenge der Großmutter zu spüren. Als grausamste Strafe verweigert die Großmutter den Kindern nach einem Vergehen für eine Woche die Nahrung. Die Kinder halten sich mehr schlecht als recht über Wasser, überstehen aber auch diese Zeit.
Auf dem Dachboden haben die Kinder sich inzwischen ihre eigene Welt geschaffen, mit Blumen aus Papier. Cathy, die schon seit frühester Kindheit von einer Karriere als Balletttänzerin träumt, trainiert dort oben soweit es eben möglich ist weiterhin, unterstützt von ihrem Bruder Chris.
Schwierig wird es für die beiden, als sie älter werden, und keine Möglichkeit haben sich dem anderen Geschlecht zu nähern. Eingesperrt auf so engem Raum eine sehr heikle Angelegenheit, die auch von der Großmutter immer wieder angesprochen wird, in der Form sich ja nicht zu versündigen und dennoch ändert sich über einen langen Zeitraum nichts an der Situation der Kinder.
Cathy und Christopher denken immer intensiver darüber nach aus diesem unwirtlichen Hause zu flüchten, vor allem nachdem die Mutter nach einer längeren Abwesenheit mit der Nachricht kommt, das sie wieder geheiratet hat, und sie sich aber noch immer nicht vollständig mit ihrem Vater versöhnt hätte und ihr neuer Mann ja nun auch nichts von den Kindern weiß.
Dafür bekommen die Kinder dann inzwischen aber regelmäßig außer dem nötigsten zu Essen auch jeweils einen reichlich mit Puderzucker bestreuten Berliner.
Den Zwillingen geht es inzwischen auch gesundheitlich immer schlechter, was Cathy und Chris in der Hauptsache auf die mangelnde Bewegungsfreiheit und fehlende Sonne schieben. Auch scheinen die Zwillinge überhaupt nicht zu wachsen. Cory geht es am schlechtesten, eines Tages ist es so schlimme, das die Kinder die Großmutter dazu überreden können den kleinen Jungen doch zu einem Arzt zu bringen. Leider kommt für ihn jede Hilfe zu spät und Chris und Cathy kommt ein schrecklicher Verdacht, der ihre Fluchtpläne nur noch beschleunigen wird...
Meine Empfindungen bei diesem Buch:
Als ich diese Buch das erste Mal gelesen habe, war ich gerade 18 Jahre alt und es hat mich regelrecht geschockt, wie grausam Eltern zu ihren Kindern sein können. Hier wird in aller Deutlichkeit die herrschende Hand der Großmutter immer wieder beschrieben und es ist einfach unglaublich, wie viel eine Kinderseele ertragen kann bzw. wie lange man sich Träumen und Hoffnungen hingibt, um dann am Ende festzustellen, das man eigentlich gar nicht mehr existiert, zumindest nicht für das einzige Wesen auf der Welt, von dem man felsenfest überzeugt ist, das es doch auf immer und ewig lieben wird, weil es die eigene Mutter ist.
Ich habe das Buch in den darauf folgenden Jahren immer wieder mal gelesen und bin auch heute immer noch wieder gefangen von Art und Weise in der es V. C. Andrews hier gelungen ist in lebendigen Bildern das Leben und Leiden der Kinder wiederzugeben. Mann gerät regelrecht in Versuchung den Kindern zur Hilfe zu kommen.
Mein Fazit:
Wer ein Faible für Familiengeschichten hat und sich nicht davor scheut 5 Bände mit jeweils ca. 500 Seiten zu lesen, dem kann ich nur zu dieser Saga raten. Vorallendingen lest sie in der „richtigen“ Reihenfolge, beginnend also mit „Blumen der Nacht“. Für mich war dieses Buch der Einstieg in eine Reihe von Büchern dieser Autorin.
Erstveröffentlichung dieses Textes von mir im Juni 2002 bei CIAO.de |